Schaufenster, jede Woche eine Dorfschule

Hier finden sich konkrete Wegleitungen und praktische Beispiele, wie altersdurchmischtes Lernen stattfinden kann.


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walter Forum Admin

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Diese Woche ist es die Volksschule Tiffen in Kärnten.

Es handelt sich hier um eine Kleinstschule mit 12 bis 15 Schülern und informativer Web-Seite.

Erwähnenswert das Fotoalbum, welches zeigt, wie sehr diese Schulen davon leben, dass sie im unmittelbaren Lebensraum der Grundschüler eingebettet sind.

Tiffen selbst ist ein kleiner Ort mit gut zweihundert Einwohnern, hier der Steckbrief

Diese kleine Schule hat gemeinsam mit 5 vergleichbaren Bildungsstätten ein EU-Comenius-Projekt hinter sich:

"Vorurteile abbauen". Auch die Volksschule Tiffen durfte in dieser Woche die europäische Flagge hissen, und auch dort war der Anlass ein "Comenius"-Projekt: Unter dem Motto "Small is beautiful" trafen sich Vertreter von Kleinschulen aus England, Estland, Norwegen und Rumänien in Tiffen. Ziel des seit drei Jahren laufenden Projektes ist die Förderung der Qualität in Kleinschulen. "Wir wollen Vorurteile gegenüber Klassen mit Schülern gemischten Alters abbauen und an den Lehrmethoden arbeiten", sagt Projektleiterin Direktorin Barbara Schachner. Seit 2006 trafen sich die Lehrer halbjährlich im Heimatland eines Partners, mit dem Treffen in Tiffen ging das Projekt in seine Endrunde. Die Schüler waren bei den Reisen nicht dabei. Schachner: "Die Kinder kommunizieren mittels Briefen auf Englisch miteinander. Sie haben so ihre Scheu vor der Fremdsprache abgebaut."
Quelle

Hier gibt es noch mehr Infos zum Ort und ich verlinke jetzt einfach mal die Bildergalerie. Beeindruckend, was dieses Dorf leistet. Grundlage ist eine intakte Dorfinfrastruktur, welche den Familien eine Zukunft bietet. Das ist hier der Fall.

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Heute stelle ich eine "Dorfschule in der Stadt vor". Tatort: Stadt St. Gallen, ein Quartier mit hohem Anteil fremdsprachiger Kinder und entsprechender Kulturenvielfalt. Hier wird seit drei Jahren ein so genanntes MIKADO-Projekt umgesetzt:

In diesem Schulhaus ist die klassische Jahrgangsklasse aufgelöst. In den Schulzimmern lernen Kinder der 1.-3 und 4.-6.Klasse gemischt. Dies nicht, weil man zu wenig Schüler hat, sondern, weil die Lernprozesse und -förderung effizienter sind. Es wird anerkannt, dass die Grundlagen, auf denen altersgemischte Klassen in vielen Dörfern arbeiten, im Endeffekt pädagogisch und was die Lernergebnisse betrifft, Erfolg versprechender sind. Daraus sind diese städtischen altersdurchmischten Klassenprojekte entstanden.

Hier ein Zeitungsbericht

Der Kinder-Blog der Klasse USa (Unterstufe a), was bedeutet, dass es auch noch b und c gibt.

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Was mit konventioneller Schule alles möglich ist, zeigt die Grundschule Hoheberg eindrücklich. Sie liegt im Ortsteil Ober-Lais. Eigentlich nach dem Jahrgangsklassensystem organisiert, gibt es breite Themenauswahl, altersdurchmischte Lern AGs in welche Eltern, Grosseltern einbezogen sind.

Getragen wird das alles von einem starken Förderverein.

Im Pressespiegel des Fördervereins gibt es einen interessanten Beitrag, daraus ein Abschnitt:
Die neue Regelung hat aber trotz allem einen Haken: Es gilt weiterhin die Mindestzahl von 13 Schülern je Klasse. Sollte die Schülerzahl an der Hoheberg-Schule in Ober-Lais eines Tages unter diese Grenze fallen, dann muss der Unterricht anschließend in jahrgangsübergreifenden Klassen durchgeführt werden. Für diesen Kompromiss hatte sich im Laufe der Diskussion auch Landrat Joachim Arnold (SPD) starkgemacht. Ein adäquates Schulangebot sei existenziell für die Attraktivität einer Kommune. Außerdem würden mit einer Schließung von Schulstandorten möglicherweise auch verfassungsrechtlich garantierte Selbstverwaltungsrechte unterminiert, hatte Arnold vor Monaten schon die Gefahr für die Wetterau aufgezeigt.
Quelle

Beitrag 7. Jun 2013 06:43
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Eine Schulgemeinde in der Schweiz, welche auf Grund ihrer Größe durchaus im Jahrgangsklassensystem arbeiten könnte, was sie jedoch nicht tut. Die Klassen sind jahrgangsgemischt (1.-3. Klasse, 4.-6.Klasse) organisiert. Man erreicht neben besseren Lernerfolgen zusätzlich ausgewogene Klassengrößen.

Jahrgangsgemischter Unterricht ist also nicht einfach eine "Notlösung", wie vielfach behauptet wird, sondern ein Konzept, welches pädagogisch begründet werden kann und bezüglich Schulerfolg der Kinder bessere Erfolgsaussichten verspricht.

Primarschule Roggwil

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Schule Mühlbach

Der nachweislich erste Lehrer Johann Michael Kammergrabner (gelernter Schlosser) unterrichtete so über 30 Jahre lang in seiner eigenen Bauernstube; sein Sohn Johann Kammergrabner sogar über 55 Jahre, davon 40 Jahre in der "neuen Schule" bis 1871.


Auch hier kann man sich ein gutes Bild machen von den Schwankungen der Schülerzahlen. Typisch für ein Dorf.

Interessante Chronik der Dorfschule Mühlbach


Dazu kommt ein Thema, welches wir immer wieder aufgreifen. Schule erfüllt vielfältige Aufgaben im Dorf.

Hier "Außerschulische Nutzung der Schule"

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Die andere Grundschule- auf dem Lande

Dieses Konzept wird von einem freien Schulträger realisiert. In Österreich und der Schweiz ist dies das gängige Landschulkonzept...

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Schulsprengel "Aussenwachten Hinwil

Dazu ein Hinweis: Hier geht es gleichzeitig um die Form der Verwaltung. Alle diese Schulen unterstehen EINER Schulleitung und werden von dort über ein Sekretariat verwaltet. Es liegt in der Kompetenz der Schulleitung, einzelne Schulen in Richtung Tagesschule zu entwickeln und damit den Bestand an den einzelnen Standorten stabil zu halten. Das drückt sich aus in der eigenen Internetseite. Sehr interessant.

Personaleinsatz an den einzelnen Schulen ist Sache der Leitung, ebenfalls die Vertreterregelung im Krankeitsfall.

Eingebunden ist dies alles in eine normale Schulgemeinde, welche ansonsten Schulen im Jahrgangsklassensystem führt. Unter dem Menue "Schulen" tauchen die Aussenwachten als eigene Schuleinheit auf. Eine Schule, aber 6 Standorte. Damit lassen sich unnötige Verwaltungskosten einsparen.

Interessant bei den "normalen Schulen": Schule Oberdorf hat 7 Klassen. 3 x 1.-3. Klasse, 4 x 4.-6 Klasse Damit erreicht man neben den Vorzügen des altersdurchmischten Lernens auch ausgewogene Klassenbestände.

ALLES, was wir hier in Sachsen-Anhalt im Zusammenhang mit der SEPL-VO2014 diskutieren, findet sich in den verschiedenen Beschulungsvarianten dieser Gemeinde. DAS ist es, was wir mit Flexibiltät meinen und einfordern.


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