Raumwirksame Folgen des demografischen Wandels in Ostdeutsch

Unser Vorschlag, Dorfschulen in Form von Mehrklassenschulen zu erhalten ist ja nichts Neues. Mehrklassenschulen sind insbesondere in den letzten 30 Jahren in unseren Nachbarländern eine zentrale Organisationsform für die Stützung des ländlichen Raumes geworden. Das sagen nicht WIR, sondern das belegen Studien und Untersuchungen. Darum geht es hier.


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walter Forum Admin

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Sehr gut unterlegte Studie zu den Folgen, aber auch möglichen Maßnahme bei Bevölkerungsschwund und Überalterung, speziell in Sachsen-Anhalt:

Ein Zurück zu stabilen demografischen Verhältnissen im Osten Deutschlands ist wegen der künftig
ausgedünnten Elternjahrgänge, wegen der Abwanderung junger Frauen und fehlender Zuwanderung
aus dem Westen oder dem Ausland auf absehbare Zeit ausgeschlossen. Die extrem niedrige
Fertilitätsrate von zum Teil unter 0,8 Kindern je Frau in den 1990er Jahren hat im Vergleich zur
Vorwendezeit zu einer halbierten Kindergeneration geführt. In der Folge wurden über 2.000 Schulen
geschlossen. Seit 2008 fehlt es zeitversetzt an Auszubildenden, von etwa 2011 an wird die Zahl der
Studienanwärter zusammenbrechen und wenige Jahre später wird nur noch eine halbierte potenzielle
Elterngeneration zur Verfügung stehen


Das Interessante ist nun: Dass man ja schon heute mit dieser "halbierten" Generation planen kann. Je besser man sich auf diese einrichtet, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich darauf zukunftsfähig aufbauen lässt. Dies aber in einer elastischen Form vor Ort und das bedingt beispielsweise im Grundschulbereich auf dem Lande ein anderes Organisationsmodell als in dicht besiedelten Städten.

Falls dem widersprochen wird, muss glaubhaft skizziert werden, ab wann der Verlust der Bevölkerung im ländlichen Raum die Existenz der Mittel- und Oberzentren zu gefährden beginnt.. Die Grundzentren sind unter dem Aspekt "weiterer Bevölkerungsverlust "auf Dauer eh nicht überlebensfähig, generieren sie doch derzeit über 50% ihrer Wirtschaftsleistung aus dem ländlich/dörflichen Bereich. Krass gesprochen: Was wollen Magdeburg oder Halle ohne 60% der Gesamtbevölkerung des Landes?

IErreichbarkeit für Ordnungskräfte in angemessener Frist, pflegerische Versorgung von Hochbetagten,
Telefon- und Internetanschluss. Solche Regionen können zwar eine eigene Attraktivität für
"Raumpioniere", für künstlerische und soziale Experimentatoren entwickeln. Darüber hinaus sollte man
sich aber angesichts fehlender Perspektiven von einer "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse"
verabschieden. Das Modell der alten Bundesrepublik, aber auch andere Gebiete in Europa zeigen, dass
eine Angleichung der Regionen unter Wachstumsbedingungen möglich ist, und zwar immer als
Angleichung nach oben. Unter Schrumpfbedingungen ist jedoch eine Angleichung aller Erfahrung nach
nicht möglich, weil viele Menschen aus freien Stücken dorthin abwandern, wo sie eine bessere
Infrastruktur und einen besseren Arbeitsmarkt vorfinden.


Hier ist anzufügen, dass diese Angleichung nicht zwingend in die (noch) vorhandenen Zentren Sachsen-Anhalts führen wird, sondern in ländliche Regionen anderer Bundesländer mit besserer Infrastruktur. Wieviele Menschen aus Sachsen-Anhalt leben heute mit ihren Familien im ländlichen Bereich Bayerns und Österreichs? Zahlen dazu wären interessant.... Haben wir sie "nur" wegen fehlender Arbeitsplätze verloren, oder auch wegen fehlender Haltestrukturen im ländlichen Bereich?

Hier der ganze Beitrag des Berlin-Instituts

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